Vorwort Weihnachtspfarrbrief2013

Sich wachrütteln lassen und auf den Weg machen
Wir neigen manchmal dazu, zu jammern - über den Zustand der Welt, über die gestiegenen Benzinpreise, die hohen Steuern, die Umweltverschmutzung und so fort. Und alle schimpfen auf die Politiker, die es nicht fertig bringen, etwas zu ändern.
Die drei Könige lassen sich wachrütteln vom Engel
Wir feiern am 6.Januar das Fest der Heiligen Drei Könige oder, liturgisch korrekt, »Erscheinung des Herrn«. Es gibt eine sehr schöne mittelalterliche Darstellung der drei Könige. In einem Kapitell, also einem Säulenabschluss, in der Kathedrale von Autun in Burgund sind die drei Könige dargestellt, wie sie sich nebeneinander unter einer Decke ausruhen und es sich bequem machen. Ein Engel rüttelt sie wach und zeigt auf den Stern, der soeben aufgegangen ist. Wie die Geschichte weitergeht, lesen wir im Evangelium bei Matthäus. Die Weisen lassen sich aufrütteln, sie brechen auf, um das Kind, den neugeborenen König, den Retter zu suchen. Das ist im Grunde die Botschaft dieses Festes: Es wird sich nur dann etwas zum Besseren ändern in der Welt, wenn wir uns aufrütteln lassen und aufbrechen, um selbst etwas zu ändern.
Die Weisen aus dem Morgenland brauchten dafür einen Anstoß von außen: den Engel, der sie wachgerüttelt hat, und den Stern, dem sie nachgehen konnten. Genauso brauchen auch wir manchmal einen Anstoß, damit wir die Kraft aufbringen aufzubrechen, uns auf den Weg zu machen, um etwas zu verändern in unserem Leben und in unserer Welt. Was also ist der Stern, der uns Kraft zum Aufbruch gibt, der uns führt und uns den Weg zeigt?
Christus ist der Stern, der uns den Weg zeigt
»Erscheinung des Herrn« heißt das Dreikönigsfest mit offiziellem Namen. Und dieser Name sagt uns, wer der Stern ist, der uns aufrüttelt und führt: nämlich Christus, das Kind in der Krippe. Er ist selbst der Stern, der uns die Richtung zeigt. Denn der Erste, der sich hat wachrütteln lassen durch das Elend der Menschen, der Erste, der initiativ geworden ist, um etwas zu verändern, ist Gott selbst. Er hat sich auf den Weg gemacht, ist auf diese Erde gekommen und selbst Mensch geworden. Nun will er aber nicht einfach die Sache selbst in die Hand nehmen. Er will uns als Mitarbeiter! Denn hier geht es um die Würde des Menschen. Gott zeigt uns: Ihr seid nicht einfach ohnmächtige, armselige Geschöpfe, die doch nichts bewegen können, sondern ihr
könnt etwas verändern in der Welt. Deshalb wird er Mensch und zeigt uns buchstäblich, wie das geht: indem er auf die Menschen zugeht, den Armen Hoffnung macht, Kranke heilt, Sünder zur Umkehr bewegt und selbst die Mächtigen zum Nachdenken bringt. Und überall, wo er so den Menschen liebevoll, heilend, aufrichtend begegnet, da beginnt sich etwas zu ändern, da beginnt das Licht dieses Sterns zu leuchten in den Herzen der Menschen.
Da wird »Erscheinung des Herrn« Wirklichkeit, denn da spüren die Menschen, dass Gott selbst ihnen begegnet und sie aufrichtet.
Sich wachrütteln lassen wie die Weisen und dem Stern folgen bedeutet also: es Jesus nachmachen und auf die Menschen zugehen, die uns brauchen.

Da wartet vielleicht jemand, der traurig und verzweifelt ist,
auf ein aufbauendes Wort;
da braucht vielleicht ein Mensch, der einsam ist, jemanden,
der ihm das Gefühl schenkt: Du bist mir nicht gleichgültig!
Da brauchen vielleicht unsere Kinder etwas von unserer Zeit
und unserer Liebe, anstatt schnell vor dem Fernseher
oder mit teuren Geschenken abgespeist zu werden.
Da braucht vielleicht jemand, der schwer erkrankt ist,
ein wenig menschliche Wärme, auch wenn es uns selbst schwer fällt,
weil wir nicht wissen, was man in einer solchen Situation sagen kann.

Aber wo es uns gelingt, so auf die Menschen zuzugehen, da tun wir genau das, was die Weisen aus dem Morgenland getan haben und was die Bibel mit diesem altertümlichen Wort beschreibt: Sie kamen, um dem Menschenkind in der Krippe zu huldigen. Da geschieht genau das, was dieses Fest »Erscheinung des Herrn« meint: In den Menschen, denen wir so begegnen, begegnet uns Gott.
Danke für all Ihren persönlichen Einsatz im Dienst unserer Pfarreien Zum göttlichen Erlöser, Witzenhausen, und St. Joseph, Hebenshausen.
Mögen Sie und Ihre Angehörigen wie die Drei Könige wachgerüttelt werden vom Kind in der Krippe, sich auf den Weg machen und beschenkt werden mit allem Weihnachtssegen, dass Sie weiterhin treue Zeugen seiner Botschaft vom Reich Gottes bleiben. Dieser Segen soll Sie und Ihre Familien im Jahr 2014 begleiten.


Ihr Pfarrer Hans-Jürgen Wenner


Kpl. Weihnachstpfarrbrief2013 als pdf


 

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