Einkehrtag 2011
Über seinen Pilgerweg von Sevilla nach Santiago de Compostela berichtete Winfried Möller, stellvertretender Wallfahrtsleiter der Walldürnwallfahrt an Hand von Bildern beim Einkehrtag der Walldürnwallfahrer im Bürgerhaus in Thalau, Rhön. Dabei war einige wichtige Frage, warum man sich 25 Tage alleine auf einen Pilgerweg begibt und dabei 920 Kilometer zurücklegt. Ganz unterschiedlich seien die Beweggründe, die einem aufbrechen ließen. Der Pilgerweg sei ein Weg der Besinnung der Meditation, des Gebetes, aber auch der Begegnung mit Menschen aus vielen unterschiedlichen Nationen.
So habe er sogar auf der Via de la Plata einen Walldürnwallfahrer aus Erfurt getroffen. Wenn auch das Ziel das Grab des Apostels in Santiago allen gemeinsam sei, so habe aber jeder Pilger seine eigenen individuellen Wegerfahrungen. Eine Strecke von 30 Kilometer durch nasse Wiesen über oder durch Bachläufe ohne einem Menschen zu begegnen, erfordere nicht nur Mut, sondern ließe auch die Frage aufkommen, warum man so eine Strapaze auf sich nehme, so der Referent. Hier unterscheide sich das Pilgern in einer großen Gemeinschaft, wie der Walldürnwallfahrt, erheblich von dem Pilgern alleine auf dem Jakobsweg. Winfried Möller verdeutlichte, dass er die vielen unterschiedlichen Gespräche auf dem Weg über Glaubensfragen, Lebenseinstellungen, Familie, überstandene Krankheiten, aber auch Nebensächlichkeiten nicht missen möchte, weil sie ihn bereichert und auch für das eigene Leben wertvolle Orientierung gegeben hätten. Er erinnere sich an einem Pilger aus Norddeutschland, der nach überstandenem Krebsleiden mit 72 Jahren den Jakobsweg gepilgert sei, weil er damit seine Dankbarkeit für die geschenkte Lebenszeit ausdrücken wollte. Es seien aber auch Wegstrecken dabei gewesen, wo sein Kopf leer gewesen sei oder er stundenlang die gleiche Melodie vor sich hingesummt oder gepfiffen habe. Die letzten Bilder zeigten das Ziel seiner Pilgerschaft, die Kathedrale von Santiago mit der großen Figur des Apostels auf dem Hauptaltar, die jeder Pilger umarmt bevor er sich zum Apostelgrab in der Krypta begibt. Dort habe er die Stille zum Beten am frühen Morgen genossen. Und ganz stolz sei er darauf im Pilgergottesdienst die Lesung in deutscher Sprache vorgetragen zu haben.
Begonnen hatte der Einkehrtag traditionell mit dem Pilgerkreuzweg in der Thalauer Pfarrkirche. Anschließend wurden die Teilnehmer vorzüglich im Bürgerhaus von der Thalauer Frauengemeinschaft mit selbstgebackenen Torten, Kuchen und Kaffee reichlich bewirtet. Und so mancher Wallfahrer freute sich, seinen Mitwallfahrer zu treffen und die Neuigkeiten seit der letzten Wallfahrt auszutauschen. Wallfahrtsleiter Gerhard Dehler bedankte sich bei allen die zum Gelingen des Einkehrtags beigetragen hatten und verabschiedete sich mit der Einladung zur nächsten Wallfahrt vom 18. – 22.06. 2011, wo es wieder heißt „Zum Blut des Herren wallen wir“. Mit der Feier der Eucharistie in Pfarrkirche St. Jakobus, die von den Walldürner Wallfahrtsmusikern unter Leitung von Günter Straub, Waldfenster musikalisch mitgestaltet wurde, endete der Einkehrtag.



